Bhutan - Das Land des Donnerdrachens

Bhutan - der Name des Landes stammt vermutlich aus dem indischen Sanskrit, wo mit "Bhu-uttan" eine hoch gelegene Landschaft bezeichnet wird. Nirgendwo sonst ist eine Religion so im gesellschaftlichen Alltag verankert und präsent, wie der Buddhismus in Bhutan. Seien es die überall flatternden Gebetsfahnen, die zahllosen Chorten oder die ultrabunten religiösen Feste - alles was man sieht und erlebt ist einfach echt - eine Vorführung...

Geographie

Das Königreich Bhutan liegt im Himalaja-Gebirge und grenzt im Norden an Tibet (China), im Osten, Süden und Westen an Indien. Mit einer Fläche von 47 000 km² ist das Land etwas größer als die Schweiz. Bhutan ist überwiegend gebirgig. Der Norden gehört zum Hohen Himalaja mit über 7 000 m hohen Gipfeln, die höchsten sind der Kula Kangri mit 7 554 m und der Chomo Lhari mit 7 314 m. In Richtung Süden schließt sich der Vorderhimalaja an, dessen Gipfel bei Höhen zwischen 2 000 und 4 000 m liegen. Die breiten fruchtbaren Täler, die von Norden nach Süden verlaufen, gliedern die Landschaft und sind die wichtigsten Siedlungsräume in Bhutan. Im äußersten Süden des Landes liegt an der Grenze zu Indien die Duars-Ebene, die einen Ausläufer des Ganges-Brahmaputra-Tieflands darstellt.

Klima

Obwohl das Land relativ klein ist, herrschen große Klimaunterschiede: Im Norden Bhutans herrscht Hochgebirgsklima mit Zonen ewigen Eises und sehr unterschiedlichen Niederschlägen (an den Südhängen bis zu 5 000 mm, an den Nordhängen teils weniger als 250 mm). Die Schneefallgrenze liegt bei etwa 5 500 m. Im Vorderhimalaja herrscht kühl gemäßigtes Klima mit Monsunregen (Regenzeit Mai bis September). In diesem Bereich liegt die Hauptstadt Thimphu, hier werden mittlere Januartemperaturen von 0 °C gemessen, im Juli etwa 17 °C. Die durchschnittlichen Niederschlagsmengen liegen in diesem Bereich bei etwa 1 000 mm. Im äußersten Süden des Landes, in der Duars-Ebene, herrscht subtropisches Monsunklima. Die Durchschnittstemperatur im Januar liegt bei etwa 17 °C, im Juli bei 28 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 2 000 mm (Regenzeit Mai bis September).

Geschichte

Vermutlich ab dem 7. Jh. stand das Gebiet des heutigen Bhutan unter tibetischem Einfluss. Von dort wurde auch der Buddhismus ins Land gebracht, der in seiner lamaistischen Ausprägung die bestimmende Religion wurde. Etwa ab dem 8. Jh. wanderte das Volk der Bhotia (auch: Bhutaner) aus Tibet in das Gebiet ein und gründete kleinere Fürstentümer, die sich untereinander bekämpften. Zu einer staatlichen Einigung der Fürstentümer kam es um 1610, als Ngawang Namgyal (1594-1652), ein hoher Geistlicher des Lamaismus aus Tibet, die einzelnen Herrscher unterwarf und zu einem Reich vereinte. Im 18. Jh. dehnte Bhutan sein Reich in Richtung Süden und Südwesten aus und geriet dadurch in Konflikt mit der europäischen Großmacht Großbritannien. Nach kriegerischen Auseinandersetzungen musste Bhutan zunächst die besetzten indischen Gebiete und später weitere Gebiete im Ganges-Brahmaputra-Tiefland abgeben. Dadurch wurden die bis heute bestehenden Grenzen des Landes geschaffen. 1910 schloss das Land einen Protektoratsvertrag mit Großbritannien: Gegen jährliche Zahlungen gewährte die europäische Großmacht dem Land militärischen Schutz und führte dessen Außenpolitik. 1949 übernahm Indien diese Schutzfunktion, nachdem sich Großbritannien vom indischen Subkontinent zurückgezogen hatte. 1952 wurde Jigme Dorij Wangchuk neuer König von Bhutan, er begann mit der Reformierung des Staates. 1969 wurde die absolute Monarchie in eine konstitutionelle abgeändert. 1971 erlangte Bhutan seine volle Souveränität, verpflichtete sich aber zu einer außenpolitischen Beratung durch Indien. Noch im gleichen Jahr trat das Land der UNO bei. Anfang der 80er Jahre wurden erste Verhandlungen mit China über den genauen Grenzverlauf zwischen beiden Ländern im Norden Bhutans geführt. 1983 gehörte Bhutan gemeinsam mit Bangladesh, Indien, Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka zu den Gründungsmitgliedern von SAARC (South Asian Association for Regional Cooperation/Gruppe für Südasiatische Regionale Zusammenarbeit). Das Ziel dieser Organisation war die wirtschaftliche, politische und kulturelle Zusammenarbeit der beteiligten Länder. 1999 führte Bhutan als letztes Land der Welt das Fernsehen ein. Dies war zuvor verboten gewesen, um damit die eigene Kultur vor fremden Einflüssen zu schützen. Ab 2001 wurde gemäß Auftrag des Königs eine neue Verfassung erarbeitet, die 2008 in Kraft trat. Sie enthält einen Katalog der Grundrechte und eine demokratische konstitutionelle Monarchie. Im Dezember 2007 und Januar 2008 fanden die Wahlen zum Nationalrat statt. Die Nationalversammlung wurde im März 2008 gewählt. Druk Phuensum Tshogpa DPT-Vorsitzender Jigme Thinley wurde als Ministerpräsident vereidigt. Laut Wahlprogramm der DPT soll weiterhin im Sinne der Monarchie die Tradition gewahrt und der Wohlstand gefördert werden. Die Begeisterung für die vom König verordnete Demokratie hält sich unter den Bürgern des Himalaja-Staats in Grenzen: Zu groß ist die Verehrung für die seit 1907 regierende Königsfamilie. Politische Beobachter sind sich sogar einig, dass eine Volksabstimmung die Einführung des demokratischen Systems abgelehnt hätte.

Flora & Fauna

Entsprechend den unterschiedlichen Klimazonen unterscheidet sich auch die Vegetation des Landes. Insgesamt sind über zwei Drittel der Landesfläche bewaldet: Während im Süden des Landes sommergrüne Monsunwälder zu finden sind, wachsen im Vorderhimalaja Nadel- und Laubwälder. Ab einer Höhe von etwa 4 000 m wachsen alpine Matten.

Das Land bietet einen geeigneten Lebensraum für in anderen Ländern selten gewordene Tierarten wie z.B. den Kragenbär und das Panzernashorn. In den Gebirgsregionen kommt der vom Aussterben bedrohte Schneeleopard vor. Besonders in den Nationalparks ist dies schön zu beobachten: Der Jigme-Dorji-Nationalpark erstreckt sich über 4200 qkm und schließt das westliche Ende des ehemaligen Tierreservats ein. Seine Grenze ist wesentlich nach Süden ausgeweitet worden, um eine breitere Spanne von Habitaten, außer den Koniferenwäldern im Hochland, einzuschließen, denn auch die meisten Tierarten wandern im Winter in tiefere Regionen. So schützt der Park jetzt bedrohte Tierarten wie Takin, Schneeleopard, das Blaue Schaf und Fasane. Die Landschaft im Park gehört zu den spektakulärsten des Landes, mit Gletschern, tiefen Bergseen und den höchsten Gipfeln des Königreiches. Einige der beliebtesten Trekking-Routen führen durch den Park, so etwa der Jhomolhari-Trek, die Route Laya-Gasa-Sinchula, der Druk-Weg und der Lunana-Schneemann-Trek.

Der Nationalpark Black Mountain, der sich über 1400 qkm hinzieht, weist ein vielfältiges Habitat auf, von den Permafrostgegenden des Dorsingla (4925 m) über Bergseen, Weideland bis zu Nadel- und Laubwäldern. Das Reservat ist das größte und vielfältigste in den gemäßigten Zonen des Himalajas. Der Gangtey-Winter-Trek führt durch diese Region.

In Bhutan wird besonders großen Wert auf die Naturbelassenheit des Landes gelegt, eine fast einmalige Unterordnung der wirtschaftlichen Interessen gegenüber des Umwelt- und Naturschutzes. So sind z.B. immer noch zwei Drittel Bhutans bewaldet. Schon in der Schule wird den Kindern intensiv beigebracht, wie wichtig der Umwelt- und Naturschutz ist und es wird viel praktisch, direkt draußen in der Natur, gelehrt.

Wirtschaft

Bhutan ist gemessen am Pro-Kopf-Einkommen eines der ärmsten Länder der Welt, jedoch können die existenziellen Bedürfnisse der Bevölkerung weitgehend gedeckt werden. Die Wirtschaft des Landes ist eng mit der des Nachbarlandes Indien verbunden. Bhutan erhält von Indien wirtschaftliche Hilfeleistungen. Das BIP-Wachstum betrug 2005 ca. 6,1 %. Bedeutendster Bereich der Wirtschaft ist die Landwirtschaft, weit über die Hälfte der Erwerbstätigen arbeiten hier, meist in kleinen Subsistenzbetrieben. Angebaut werden hauptsächlich Reis, Gerste, Mais und Hirse, für den Export auch Obst und Gewürze. Die Forstwirtschaft ist für den Export ebenfalls von Bedeutung. In der Viehwirtschaft werden Schafe und Rinder (unter anderem Hausyaks) gezüchtet. In Bhutan gibt es nur wenige Industriebetriebe. Der Energiebedarf des Landes kann durch Wasserkraft gedeckt werden, Strom wird auch nach Indien exportiert. Im Export wie im Import spielt Indien als Handelspartner die größte Rolle. Der Tourismus ist für das Königreich Bhutan nicht von Bedeutung, die Zahl der seit 1974 jährlich ausgegebenen Visa liegt bei etwa 4 000. Von den insgesamt rund 4 007 km Straße sind ganze 24 km asphaltiert, es gibt keine Eisenbahnstrecke. In der Nähe der Hauptstadt Thimbu liegt ein Flughafen, der das Land mit Kalkutta in Indien verbindet.

Allgemeine Informationen

Einwohner

Bevölkerung: ca. 896.000

Städte: Thimphu (Hauptstadt) ca. 45.000, Phuentsholing 45.000, Gelephu 12.500, Samdrup Jongkhar 12.500.

Sprache

Die Amtssprache Bhutans ist Dzongkha, eine tibetobirmanesische Sprache, die in zahlreichen Dialekten gesprochen wird. Im Süden des Landes ist Nepali weit verbreitet. Englisch wird fast überall verstanden.

Zeitverschiebung

Mitteleuropäische Zeit (MEZ) + 5 Stunden.

Während der europäischen Sommerzeit beträgt der Zeitunterschied + 4 Stunden.

Stromspannung

220-240 Volt Wechselstrom, 50 Hertz.

Telefon

Die Vorwahl von Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Bhutan ist 00975, von Bhutan nach Deutschland wählt man 0049, nach Österreich 0043 und in die Schweiz 0041.

NOTRUFNUMMERN: Unfallrettung 112, Polizei 113, Feuerwehr 110.

Mobilfunk

Netztechnik: GSM 900.

Zurzeit besteht keine Erreichbarkeit der Systeme T-Mobile, E-Plus, O2 und Vodafone.

Feiertage

2. Juni, 11. November (Geburtstag des Königs Jigme Singye Wangchuck), 17. Dezember (Nationalfeiertag).

Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Feiertage und religiöse Feste, deren Termine sich nach dem bhutanischen Kalender richten und somit jährlich wechseln.

Öffnungszeiten

Banken: Mo bis Fr 9-15 Uhr, Sa 9-11 Uhr;

Geschäfte: Mo bis So 9-20 Uhr; Ruhetag ist Di oder Fr (je nach Ort);

Büros: im Sommer (März bis Oktober) Mo bis Fr 9-17 Uhr, im Winter (November bis Februar) Mo bis Fr 9-16 Uhr.

Kleidung

Aufgrund der Höhenlage ist warme Kleidung das ganze Jahr über erforderlich. Weiterhin unerlässlich sind Regenjacken sowie ein guter Sonnenschutz. Auf freizügige Kleidung sollte verzichtet werden.

Gesperrte Gebiete

Nicht alle Gebiete des Landes und religiösen Bauwerke stehen Touristen offen. Dies soll sicherstellen, daß das Leben der Mönche ungehindert ablaufen kann. Die meisten dzong und lhakhang werden noch von Hunderten von Mönchen bewohnt. Bestimmte Gebiete sind auch aus Umweltschutzgründen geschlossen.

Währung ist der bhutanische Ngultrum (= 100 Chetrum).

www.Indien-Nepal-Reisen.de ist eine Marke von Urlaub & Natur

info@twkmzh.com