Indien: Subkontinent und Kulturland

Wenn man nach Indien reist kann man was erleben! Landschaftlich bietet dieses Land ungemein viel: Hochgebirge im Himalaja, tropische Regenwälder, riesige Mangrovensümpfe oder Gras- und Strauchsteppen im Dekkan-Hochland. Lassen Sie die westlichen Denkmuster und Gewohnheiten ruhig zu Hause wenn Sie auf den Subkontinent reisen. Dann wir es Ihnen vielleicht gelingen, die Gegensätze und Widersprüche dieses faszinierenden Landes zu ergründen.

Geografie

Indien ist das siebtgrößte Land der Erde und seine Fläche hat die Ausdehnung von Westeuropa. Wegen seiner Größe und der landschaftlichen Abgrenzung gegenüber dem restlichen Asien wird Indien auch als Subkontinent bezeichnet. Das Himalaja-Gebirge bzw. das diesem vorgelagerte Bergland bildet die Grenze im Norden des Landes. Gegen Süden schließt daran die vom Ganges geprägte Nordindische Ebene an. Diese Schwemmlandebene gehört zu den fruchtbarsten Regionen Indiens.

Im Himalaja entspringen die großen Flüsse. Der Indus fließt nach Südwesten bis nach Pakistan und ins Arabische Meer. Der Brahmaputra und der Ganges enden dagegen im Golf von Bengalen. Das gilt auch für zahlreiche Flüsse, die das Hochland von Dekkan zerschneiden. Dieses Hochland reicht von der Gangesebene bis an die Südspitze des Landes. Es wird von sogenannten Ghats, Gebirge an der West- und Ostküste, eingeschlossen.

Im Westen wird das Land gegen Pakistan durch die Wüste Thar begrenzt. Zu Indien gehört auch die Inselgruppe der Lakkadiven im Arabischen Meer. Und auch die im Golf von Bengalen liegenden Inselgruppen der Andamanen und Nikkobaren bilden ein Teil dieses großen Landes.

Klima

Die große Ausdehnung des Landes bringt es mit sich, das wir hier einige verschiedene Klimazonen antreffen. Der Süden ist tropisch, der Norden subtropisch und in den hohen Gebirgen im Norden findet man gemäßigte und sogar arktische Klimazonen. Im den Subkontinent zu bereisen wählt man am besten die Monate November bis März.

Die heißeste Zeit ist im April und Mai. Im Binnenland ist die Hitze trocken, wogegen sie an der Küste feucht ist. Zwischen Juni und September tobt in den meisten Regionen der Monsun. Die ergiebigsten Niederschläge fallen an den Hänge der Westghats, des Himalaja und im östlichen Dekkan-Hochland. Der Monsun führt regelmäßig zu großen Überschwemmungen im Ganges-, Brahmaputra- und Jummatal.

Flora & Fauna

Bei den Mündungen vieler Flüsse, die ins Meer fließen, gibt es Mangrovenwälder. Im Ganges-Brahmaputra-Delta findet man die Sundarbans, einer der größten Mangrovensümpfe der Welt. In den Himalaja-Regionen gedeiht eine abwechslungsreiche Hochgebirgsflora. Im niederschlagsreichen Osthimalaja zählen zur üppigen Vegation Eichen, Magnolien und Kastanien und in den höheren Lagen Rhododendren. Der Nordwesten wachsen dagegen Nadelbäumen wie Fichten und Zedern. Wo das Himalajagebirge noch nicht so hoch ist und dicht bewaldet ist gedeihen zahlreiche subtropische Pflanzen, speziell viele Orchideenarten.

Dichten Regenwald findet man auch an der Malabarküste im Südwesten und an den Hängen der Westghats. Immergrüne Pflanzen, Bambus und Edelhölzer wie zum Beispiel Teakholzbäume sind hier zu Hause. Das Hochland von Dakkan sind zwar weniger üppig mit Vegetation gesegnet, aber es wachsen unter anderem Bambus, Palmen und Laubwälder.

Das natürliche Rückzugsgebiet ist vor allem für die großen Tiere Indiens sehr klein geworden. Es wurden aber Wildschutzgebiete und Nationalparks geschaffen, in denen sich zahlreiche Artenbestände wieder erholen konnten. So findet man auf dem Subkontinent zum Beispiel Leoparden, Tiger, Geparde und Löwen. Den Indischen Elefanten ist ebenso heimisch wie das Indische Rhinozeros, Hirsche, Antilopen, Wölfe, Schakale, Büffel, Lippenbären, Nashörner, Wildschweine und diverse Affenarten. Im Gebirge tummeln sich Steinböcke, Seraue, Wildschafe und -ziegen. Bei den Reptilien stoßen wir unter anderem auf Krokodile und Schlangen: Salzwasserschlangen, Pythons und Kobras. Indiens Vogelbestand wird alljährlich durch viele Zugvögel bereichert. Zu den heimischen Vogelarten zählen Spechte, Papageien, Elstern, Pfauen, Reiher Fasane und Eisvögel.

Sprache & Religion

Im Jahr 2000 hat Indien offiziell die Milliardengrenze der Einwohnerzahl überschritten. Fast dreiviertel davon sprechen indo-arabische Sprachen, darunter vor allem Hindi. Im Süden werden Drawida-Sprachen gesprochen. Die Staatssprache ist Hindi, daneben sind aber 14 regionale Hauptsprachen in der Verfassung festgeschrieben. Englisch ist weit verbreitet und man kommt damit fast überall durch. Die Mehrheit der Inder sind Hindus, nämlich 81%. Weiter gibt es 12% Muslime, etwas über 2% Christen und knapp 2% Sikhs. Die restlichen nicht ganz 3% gehören anderen Religionen an.

Essen & Trinken

Ein Besuch Indiens ist auch eine kulinarische Entdeckung. Die vielen Gewürze machen die indische Küche für den europäischen Gaumen zu einem interessanten Erlebnis. In Nordindien ist das Hauptnahrungsmittel Chapati, ein hefeloses Brot aus Mehl und Wasser. Im Süden tritt an die Stelle vom Brot der Reis. Hier wird auch oft vegetarisch gegessen. Im Norden isst man mehr Fleisch, vor allem Huhn, Hammel und Schwein. Ein vegetarisches Standardgericht besteht etwa aus Reis, Gemüsecurries, Saucen, Linsen und Joghurt.

Die Inder sind ein Volk von Teetrinkern. Chai heißt hier das Getränk, dass aus Tee, Wasser und Gewürzen gekocht wird. Softdrinks sind preiswert und werden überall angeboten, ebenso Sodawasser. Mineralwasser dagegen ist teuer. In den nordöstlichen Regionen des Landes, die islamisch geprägt sind, ist Alkohol nicht üblich. Ansonsten erhält man mehrere Sorten Bier und in speziellen "liquor shops" den hochprozentigen Alkohol.

Geschichte

Im 3. Jahrtausend v. Chr. entstand in Indien eine der ältesten Hochkulturen der Menschheit und brachte als religiös-kulturelle Systeme den Hinduismus, Buddhismus, Jainismus und Sikhismus hervor. Um 1.500 v. Chr. wanderten indogermanische Stämme (Arier) ein. Im 3. Jh. v. Chr. entstand das erste indische Großreich der Maurya-Kaiser. Um das 4. Jh. n. Chr. herrschten die Gupta-Kaiser. Im 12. Jh. begann die islamische Dominanz im Norden. Vom 16. - 18. Jh. herrschten die muslimischen Mogul-Kaiser. Es folgte die britische Vorherrschaft ab 1757. Es bildete sich eine Unabhängigkeitsbewegung die aber erst mit dem Auftreten Mahatma Gandhis nach dem 2. Weltkrieg zum Ende der Kolonialzeit führte. 1949 wurde Indien eine parlamentarische demokratische Republik in Form eines Bundesstaates.

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